Reisemedizin | Noroviren

Noroviren auf Kreuzfahrtschiffen
Neues von Noroviren

Wir berichten wieder über Noroviren auf Passagierschiffen. Aktueller Anlass ist wieder einmal ein spektakulärer Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff während einer Atlantiküberquerung. Diesmal traf es die „Liberty“ der amerikanischen Carnival Cruise Line aus Florida. Eine „geschlossene Gesellschaft auf engem Raum“ bietet dem Erreger dabei optimale Bedingungen. Das gilt prinzipiell für alle Gemeinschaftseinrichtungen, wie die jüngsten lokalen Ausbrüche in Hessen zeigen. Nachteilig für den guten Ruf der Reedereien ist dabei die Tatsache, dass auf einem Schiff jedes infektionsverdächtige Ereignis gemeldet werden muss, während eine Meldepflicht für Noroviren in den meisten Ländern nicht besteht. Obwohl von den obengenannten dreizehn beteiligten europäischen Schiffen neun wiederholte Ausbrüche (zwischen zwei und fünf) meldeten, ließ sich eine Persistenz der Viren auf Schiffen bisher nicht nachweisen. Wahrscheinlicher ist es, daß der Erreger von Landgängen mit an Bord gebracht wird und sich unter den geschilderten Bedingungen rasch ausbreitet. So ermittelten die Epidemiologen im aktuellen Fall der Liberty zwei Passagiere, die in Rom erkrankt waren und bereits mit typischer Symptomatik an Bord kamen.
Die Klinik mit einer Manifestationsrate von etwa 50% führt nach einer kurzen Inkubationszeit von im Mittel 24 (12 – 72) Stunden zu einer akuten Gastroenteritis mit wässrigem Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Leibkrämpfen. In der Regel ist die Symptomatik nach 12 bis 60 Stunden selbstlimitierend abgeklungen. Gegen Noroviren gibt es weder eine sichere Vorbeugung noch eine spezifische Therapie.
Dr. Klaus-J. Volkmer, Centrum für Reisemedizin


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